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Überzeugung und Widerstände

Wie beschreibst du andere Methoden, die nicht funktioniert haben?

Untersuche frühere Versuche deiner Zielgruppe und ihre unzureichenden Ergebnisse. Mit Profilvorlage, Praxisbeispiel und wissenschaftlichen Quellen.

Martijn den Otter 7 Min. Lesezeit23.9.2026
Wie beschreibst du andere Methoden, die nicht funktioniert haben?

„Das haben wir schon versucht.“ Mit dieser Aussage beginnt ein wichtiger Teil der Zielgruppenforschung. Was wurde mit welchem Ziel und unter welchen Bedingungen versucht? Bedeutet nicht funktioniert, dass das Ergebnis ausblieb, der Aufwand zu groß war oder das Vorgehen nie vollständig genutzt wurde? Das Feld Andere Methoden, die nicht funktioniert haben erfasst frühere Versuche, die für die aktuelle Wahl relevant sind. So verstehst du, welche Erfahrung jemand mitbringt und was bei einem nächsten Ansatz untersucht werden muss. Eine frühere Enttäuschung belegt nicht automatisch, dass eine Methode generell ungeeignet ist.

Einleitung

„Das haben wir schon versucht.“ Mit dieser Aussage beginnt ein wichtiger Teil der Zielgruppenforschung. Was wurde mit welchem Ziel und unter welchen Bedingungen versucht? Bedeutet nicht funktioniert, dass das Ergebnis ausblieb, der Aufwand zu groß war oder das Vorgehen nie vollständig genutzt wurde?

Das Feld Andere Methoden, die nicht funktioniert haben erfasst frühere Versuche, die für die aktuelle Wahl relevant sind. So verstehst du, welche Erfahrung jemand mitbringt und was bei einem nächsten Ansatz untersucht werden muss. Eine frühere Enttäuschung belegt nicht automatisch, dass eine Methode generell ungeeignet ist.

Was sind andere Methoden, die nicht funktioniert haben, im Zielgruppenprofil?

Das Feld „Andere Methoden, die nicht funktioniert haben“ beschreibt im Zielgruppenprofil, welche Ansätze die Zielgruppe bereits tatsächlich ausprobiert hat und in welchem relevanten Punkt sie nach den verfügbaren Informationen hinter dem angestrebten Ergebnis zurückblieben. Dies ist Neurofactors praktische Arbeitsdefinition für das Feld.

Ein brauchbarer Eintrag enthält Versuch, Ziel und erlebtes oder festgestelltes Defizit. Ergänze eine Ursache nur mit passendem Quellenstatus. „Nutzte eine gemeinsame Bewertungstabelle, musste aber nach eigener Aussage Lieferantenabwägungen weiterhin rekonstruieren“ ist genauer als „Tabellen funktionieren nicht“.

Das Feld umfasst auch teilweise erfolgreiche, abgebrochene oder zu aufwendige Versuche, solange du das Ergebnis ausdrücklich benennst. Es geht um relevante Erfahrungen der untersuchten Zielgruppe, nicht um eine allgemeine Liste schwacher Konkurrenzangebote.

Wie unterscheidet sich das Feld von Alternativen, Annahmen und Einwänden?

ProfilfeldWas wird festgehalten?Fiktive Illustration
Andere Methoden, die nicht funktioniert habenTatsächlich ausprobiert, mit einem konkreten DefizitDie Tabelle wurde genutzt, die Gründe hinter den Bewertungen blieben unklar
Kostspielige AlternativenAndere Optionen und ihre relevanten Kosten oder ihr AufwandEine zusätzliche bewertende Person beauftragen; muss noch nicht ausprobiert sein
Falsche AnnahmenEine Annahme, deren Unrichtigkeit zu belegen istDie Aussage, jede Bewertungstabelle sei automatisch nachvollziehbar, muss geprüft werden
EinwändeWas einen aktuellen Entscheidungsschritt behindertMöchte kein weiteres System ohne klare Begründungen einführen
Ursache des wichtigsten Pain PointsDer Mechanismus hinter dem aktuellen HauptproblemMöglicherweise fehlt eine gemeinsame Bewertungsweise; noch zu untersuchen
Umgang mit EinwändenEine passende AnbieterreaktionZeigen, wie Argumente und Rollen im Vorschlag dokumentiert werden

Eine nicht gewählte Option ist kein gescheiterter Versuch. Eine Erklärung von Teilnehmenden ist ebenso wenig automatisch eine festgestellte Ursache oder falsche Annahme. Dasselbe Thema kann in mehreren Feldern erscheinen, doch jedes beantwortet eine andere Frage.

Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse helfen dabei?

Die Feldbezeichnung ist eine praktische Einteilung. Als Grundlage nutzen wir ursprüngliche Publikationen zu Ursachenzuschreibungen und zur Umsetzung von Interventionen; sie validieren dieses Zielgruppenprofil nicht.

Weiner beschreibt, wie Menschen Erfolg und Misserfolg durch wahrgenommene Ursachen erklären, unter anderem mit Stabilität und Kontrollierbarkeit als Dimensionen. Seine Theorie behandelt zugeschriebene Ursachen. Weiner (1985)

Carroll und Kollegen bieten ein Modell für Implementation Fidelity: inwieweit eine Intervention wie vorgesehen umgesetzt wird. Es hilft, die Umsetzung bei der Ergebnisbewertung zu berücksichtigen. Carroll et al. (2007)

Unsere praktische Übertragung besteht darin, Versuch, tatsächliche Umsetzung, Ergebnis und Erklärung getrennt zu dokumentieren. Die folgenden Fragen und Statusangaben sind eigene Forschungsempfehlungen. Sie belegen nicht, dass schlechte Umsetzung immer die Ursache ist; ein Ansatz kann tatsächlich ungeeignet für Ziel oder Kontext sein.

Was kann nicht funktioniert genau bedeuten?

Nutze die folgenden Möglichkeiten als Forschungsfragen, nicht als vorgegebene Erklärungen.

Mögliches ErgebnisWas muss geklärt werden?Sorgfältige Formulierung
Ziel nicht erreichtWelches Ergebnis, welcher Zeitraum und welcher Maßstab?Das vereinbarte Ziel wurde in diesem Zeitraum nicht erreicht
TeilergebnisWas verbesserte sich und was blieb offen?Mehr Überblick, aber weiterhin keine nachvollziehbare Abwägung
Zu hohe BelastungFür wen stand welcher Aufwand nicht im Verhältnis zum Nutzen?Wegen der erlebten Pflegebelastung eingestellt
Vorzeitig abgebrochenWie viel wurde tatsächlich umgesetzt und warum wurde gestoppt?Nutzung abgebrochen; die vollständige angestrebte Wirkung wurde nicht beurteilt
Fehlende PassungWelches Ziel oder welche Voraussetzung passte nicht?Der Ansatz passte in dieser Situation nicht zur Aufgabenverteilung
Keine verlässliche BewertungSind Ziel, Nutzung oder Ergebnis unbekannt?Unzureichende Angaben zur Ergebnisbewertung

Halte neben dem Urteil fest, ob Messdaten, Dokumente oder nur eine Erinnerung verfügbar sind. „Kein nachgewiesenes Ergebnis“ kann bedeuten, dass nicht gemessen wurde; es ist nicht gleichbedeutend mit nachgewiesener Wirkungslosigkeit.

Wie untersuchst du frühere Versuche?

  1. Frage offen nach der Vorgeschichte. „Was habt ihr bisher unternommen, um das zu lösen?“ Berücksichtige auch Versuche mit positivem oder gemischtem Ergebnis.
  2. Konkretisiere einen Versuch. Halte Ziel, Zeitraum, Beteiligte, Version oder Vorgehen und Anlass fest. „Eine Schulung“ sagt wenig darüber, was tatsächlich geschah.
  3. Rekonstruiere die Umsetzung. Frage, welche Bestandteile wie oft, von wem und mit welcher Unterstützung genutzt wurden. Setze Anschaffung nicht mit Nutzung gleich.
  4. Untersuche die Bewertung. Was galt vorher als gutes Ergebnis? Was wurde anschließend erlebt oder gemessen? Änderte sich der Maßstab währenddessen?
  5. Frage nach Erklärung und Grundlage. Dokumentiere, wer eine Ursache nennt, worauf die Erklärung beruht und was unbekannt bleibt. Suche nach Möglichkeit ergänzende Informationen.
  6. Verbinde die Erfahrung mit der aktuellen Wahl. Frage, was jemand beibehalten, vermeiden oder anders untersuchen möchte. Prüfe, ob die Erfahrung die aktuelle Entscheidung tatsächlich beeinflusst.

Lasse Teilnehmende deine Zusammenfassung korrigieren. Haben Beteiligte unterschiedliche Erfahrungen, dokumentiere sie nebeneinander. Die Darstellung der entscheidenden Person muss nicht derjenigen der täglichen Nutzer entsprechen.

Wie trennst du Erfahrung, Erklärung und festgestellte Ursache?

InformationsartWas kannst du festhalten?Was folgt daraus nicht automatisch?
ErfahrungsberichtDie Person sagt, der Ansatz habe wenig gebrachtDass die Methode objektiv wirkungslos war
Dokument oder NutzungsprotokollEine Aktivität, ein Zeitraum oder Ergebnis ist dokumentiertDass alle relevanten Umstände bekannt sind
Erklärung einer beteiligten PersonDie Person führt das Ergebnis auf fehlende Absprachen zurückDass dies die entscheidende Ursache war
Begründete UrsachenanalyseEine Erklärung ist im untersuchten Kontext gestütztDass sie für jede Anwendung der Methode gilt
Vermutetes SegmentmusterMehrere untersuchte Fälle erscheinen ähnlichDass das Muster ohne passende Stichprobe repräsentativ ist

Schreibe etwa „Laut der befragten Person fehlte Zeit für die Pflege“, wenn dies die verfügbare Quelle ist. Mache daraus ohne weitere Grundlage nicht „Die Methode scheiterte an Zeitmangel“. Eine Dokumentenprüfung kann Teile des Berichts bestätigen, während andere unsicher bleiben.

Beispiel: Eine Bewertungstabelle bot zu wenig Orientierung

Vollständig fiktives Beispiel; kein Kundenzitat oder Forschungsergebnis. Ein Team nutzte eine gemeinsame Tabelle zum Lieferantenvergleich. Es wollte eine Abwägung erklären können, ohne jedes Gespräch erneut zu rekonstruieren.

In diesem erfundenen Fall verbesserte die Tabelle den Überblick. Trotzdem blieb unklar, warum Kollegen denselben Lieferanten unterschiedlich bewerteten. Die Teamleitung sagt: „Wir hatten die Bewertungen, mussten die Abwägung aber trotzdem wieder neu erklären.“ Das beschreibt ein Defizit, nicht dessen festgestellte Ursache.

Ein fiktiver Profilsatz lautet: „Nutzte eine gemeinsame Lieferantenbewertungstabelle, die mehr Überblick bot, aber nach Aussage der Beteiligten unzureichend festhielt, warum Bewertungen voneinander abwichen.“

Mögliche Folgefragen betreffen die Definition der Kriterien, die Dokumentation von Argumenten und die tatsächliche Nutzung der Tabelle. Welcher Faktor das Problem erklärt, ist noch nicht festgestellt. Ein neues Werkzeug löst es daher nicht nachweislich allein dadurch, dass es neu ist.

Was bedeutet frühere Erfahrung für eine assoziative Zielgruppe?

Eine assoziative Zielgruppe ist eine abgegrenzte Gruppe von Menschen, bei denen ähnliche Assoziationen Entscheidungen innerhalb eines bestimmten Wahlkontexts lenken.

Untersuche, welche Bedeutung Teilnehmende ihrem früheren Versuch geben. In einer fiktiven Situation kann ein neues Dashboard mit „wieder zusätzliche Pflege“ verbunden werden. In einer anderen Gruppe kann es „endlich eine gemeinsame Übersicht“ auslösen. Dieselbe Technik zu nutzen bedeutet nicht, dieselbe Erfahrung oder Assoziation zu haben.

Dokumentiere Erlebtes getrennt von heutigen Erwartungen. Frage auch nach den Grenzen des Vergleichs: Welche Bedingungen haben sich verändert? Eine negative Erfahrung belegt weder dauerhaften Widerstand noch eine feste assoziative Zielgruppe oder einen BIS/BAS-Wert.

Welche Fehler solltest du vermeiden?

  • Nicht gewählt mit gescheitert gleichsetzen. Ein Angebot anzusehen ist kein Ausprobieren einer Methode.
  • Alles als Misserfolg zusammenfassen. Bewahre, was funktionierte und warum der Ansatz dennoch unzureichend blieb.
  • Die Erklärung einer Person als Ursache festhalten. Mache Quelle und Unsicherheit sichtbar.
  • Sofort der Methode oder den Nutzern die Schuld geben. Untersuche auch Gestaltung, Umsetzung, Ziel und Umstände.
  • Markennamen als Beleg verwenden. Eine Marke benennt nicht automatisch das erlebte Vorgehen oder die Version.
  • Ein neues Angebot automatisch als Lösung darstellen. Ein relevanter Unterschied muss umsetzbar und begründet sein.
  • Jede Erinnerung auf das Segment übertragen. Prüfe Unterschiede zwischen Personen, Rollen und Nutzungssituationen.

Wie füllst du das Feld in einem kompakten Satz aus?

Nutze diese Arbeitsvorlage: „Erprobte [Ansatz] für [Ziel], jedoch [erlebtes oder festgestelltes Defizit], laut [Quelle oder Status, falls nötig].“ Ergänze eine Ursache nur, wenn erkennbar bleibt, ob sie vermutet, zugeschrieben oder belegt ist.

Bewahre neben dem Satz Zeitraum, Umsetzung, Bewertungsmaßstab, positive Teilergebnisse, Erklärungen und Relevanz für die aktuelle Wahl. Gib jedem Versuch einen eigenen Datensatz, damit mehrere Artikel oder Profile dieselbe Quelle nutzen können, ohne ihre Bedeutung zu verändern.

Ohne früheren Versuch schreibst du „Kein früherer Versuch berichtet“. Bei unzureichenden Angaben schreibst du „Noch nicht untersucht“ oder „Ergebnis nicht feststellbar“. Ohne Produkt kannst du frühere Ansätze zur Lösung des relevanten Problems untersuchen; eine Produktgeschichte musst du nicht erfinden.

Mache frühere Erfahrungen für die nächste Abwägung nutzbar

Das Feld beschreibt, was bereits versucht wurde und worin das Ergebnis unzureichend blieb. Die Trennung von Ziel, Umsetzung, Ergebnis und Erklärung verdeutlicht, was jemand in eine spätere Wahl mitbringt. Ob ein neuer Ansatz besser passt, benötigt eine eigene Grundlage.

Begriffe

Andere Methoden, die nicht funktioniert haben
Das Feld „Andere Methoden, die nicht funktioniert haben“ beschreibt im Zielgruppenprofil, welche Ansätze die Zielgruppe bereits tatsächlich ausprobiert hat und in welchem relevanten Punkt sie nach den verfügbaren Informationen hinter dem angestrebten Ergebnis zurückblieben.

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet andere Methoden, die nicht funktioniert haben?

Das Feld beschreibt Ansätze, die die Zielgruppe bereits tatsächlich ausprobiert hat und die in einem relevanten Punkt hinter dem angestrebten Ergebnis zurückblieben. Halte das konkrete Defizit und die Grundlage dieser Bewertung fest.

Gehört ein teilweise erfolgreicher Ansatz in dieses Feld?

Ja, wenn du ausdrücklich beschreibst, was funktionierte und was unzureichend blieb. Ein gemischtes Ergebnis muss erkennbar bleiben; fasse es nicht als vollständigen Misserfolg zusammen.

Ist ein eingestellter Ansatz nachweislich unwirksam?

Nein. Ein Abbruch kann mit Belastung, Planung, Prioritäten oder enttäuschenden Ergebnissen zusammenhängen. Untersuche die tatsächliche Umsetzung und den Abbruchgrund. Manchmal wurde die Wirkung nicht verlässlich beurteilt.

Wie unterscheidet sich das von kostspieligen Alternativen?

Dieses Feld betrifft tatsächliche frühere Versuche und ihre Ergebnisse. Kostspielige Alternativen betrifft andere Optionen und deren Kosten oder Aufwand; diese müssen noch nicht ausprobiert worden sein. Eine Option kann in beiden Feldern mit unterschiedlicher Funktion vorkommen.

Darfst du die Ursache aus einem Interview übernehmen?

Ja, als Erklärung der befragten Person mit entsprechendem Quellenstatus. Halte sie erst als festgestellte Ursache fest, wenn passende zusätzliche Belege vorliegen. Eine überzeugende Erinnerung allein beweist den Mechanismus nicht.

Was trägst du ein, wenn die Zielgruppe noch nichts versucht hat?

Halte fest, dass kein früherer Versuch berichtet wurde oder die Vorgeschichte noch nicht untersucht ist. Trenne diese Situationen. Erfinde keine Erfahrung, um das Profil zu vervollständigen.

Quellen

  1. 1.Weiner, B. (1985). An Attributional Theory of Achievement Motivation and Emotion. Psychological Review, 92(4), 548–573. - Psychological Review (1985)
  2. 2.Carroll, C., Patterson, M., Wood, S., Booth, A., Rick, J. & Balain, S. (2007). A conceptual framework for implementation fidelity. Implementation Science, 2, 40. - Implementation Science (2007)

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Geprüft von: Martijn den Otter · Zuletzt geprüft: 23.9.2026

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Oprichter van Neurofactor. Expert in neuromarketing en consumentenpsychologie.

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